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CD unterstützt Kiever Kinder Von Yvonne Dziabel am 18. November 2008 16:45 Uhr

KIRCHHELLEN Gutes tun, sowohl für sich selbst, als auch für andere. Wenn man die beiden Dinge miteinander verbinden kann ist es umso besser. Der Lions-Club Bottrop gibt ab Montag die Möglichkeit dazu.

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Jörn Umberg und Jürgen Münnich (v.l.) präsentieren die CD der Kiever Kammerakademie, mit der man nicht nur seinen Ohren, sondern auch kranken Kindern in Kiev etwas Gutes tut kann.
Foto: Yvonne Dziabel

Die CD der Kiever Kammerakademie unter der Leitung von Ortwin Benninghoff verwöhnt die eigenen Ohren und der Erlös geht an die Onkologie des Kinderkrankenhauses in Kiev. Dort werden kleine Patienten behandelt, die meist unter den Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden.

„Dort fehlt es an vielen grundlegenden medizinischen Geräten“, berichtete Jörg Umberg von den Lions. Auf das Orchester ist der Club durch sein eigenes Mitglied Jürgen Münnich aufmerksam geworden. „Wir haben Ideen für Projekte gesammelt. Dabei habe ich die Benefiz-CD vorgeschlagen“, erklärte Münnich. Er selbst ist Geschäftsführer des Internationalen Sternscher Musikverlages, der das Orchester schon seit vielen Jahren fördert.

Tour durch Deutschland

Die CD wurde während der Deutschland-Tour in Oberhausen und Berlin aufgenommen. Darauf zu hören ist klassische Weihnachtsmusik von Bach, Cornelius, Reger, Richter, Torelli und Westkemper aber eben nicht in der klassischen Form. „Die Lieder werden angespielt, aber auf experimentelle Art verändert“, so Jürgen Münnich. Der Erkennungswert ist somit gegeben, aber die Zuhörer werden auf angenehme Weise in eine Welt der Weihnachtsmusik geführt, die so nicht überall erhältlich ist.
Die CD ist bereits für 10 Euro auf dem Hof Umberg sowie über den Lions-Club erhältlich. Weitere Verkaufsstellen werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Für Firmeninhaber und Interessenten, die die CD ebenfalls verkaufen möchte, gibt es die Möglichkeit, die CD ab einer Bestellmenge von 20 Exemplaren bereits für sieben Euro zu bekommen. „Sie ist ein schönes Weihnachtsgeschenk beispielsweise für Mitarbeiter in den Firmen“, erklärte Jörg Umberg und verriet: „Auch einige Kirchhellener Angestellte werden sich zu Weihnachten über die CD als Geschenk von ihrem Chef freuen können.“

Wer sich vorstellen kann, die CD´s zu verkaufen oder selbst zu kaufen, kann sich bei Jörg Umberg oder dem Lions-Club melden. Verkäufer erhalten neben dem Vorzugspreis noch einen Aufsteller, auf dem der gute Zweck der CD beschrieben ist.

Tel.: (02045) 5103 Internet unter  » www.lions-bottrop.de oder
www.hof-umberg.de


Benefizaktion

Hilfe für todkranke Kinder

Kirchhellen, 17.11.2008, Norbert Jänecke
Der Lionsclub legt eine Compact-Disc mit Weihnachtliedern zugunsten einer Krebsklinik in der Ukraine auf. Nur 20 Prozent der kleinen Patienten haben eine Chance zu überleben.
Mit Weihnachtsliedern möchte der Lionsclub Familien eine Freude machen – und kranken Kindern in der Ukraine helfen.

Die Lions ließen dazu eine Compact-Disc mit dem Titel „Alle Jahre wieder: O du fröhliche” während einer Konzertreise der Kiewer Kammerakademie unter Beteiligung des Rhein-Ruhr-Chor-Ensembles und der Philharmonia Hungarica aufnehmen. Der Lionsclub ließ in der Erstauflage 3000 Exemplare pressen. Die Benefiz-Disc wird in dieser Woche ausgeliefert. 1700 CDs sind schon vorbestellt.

Der Erlös wird der Kinderklinik des Nationalen Instituts für Onkologie in Kiew zugute kommen. „In der Klinik werden Kinder behandelt, die an den Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden”, sagte Jörg Umberg, Präsident des Lionsclub.

Das Nationale Institut für Onkologie in der Ukraine betreut jährlich etwa 300 dieser Kinder. Nur etwa 20 Prozent von ihnen haben eine Chance zu überleben. Zurzeit werden in der Klinik in Kiew 60 Kinder stationär behandelt. „Wer die Verhältnisse vor Ort kennt, gelangt schnell zu der Erkenntnis, dass die Klinik jede Hilfe gebrauchen kann”, sagte Umberg. Die Ausstattung der Kiewer Klinik sei sehr dürftig und die medizinischen Bedingungen mangelhaft. Es fehle an einer soliden Finanzaustattung.

„Unser Schwerpunkt liegt ja in der Förderung der Kinder- und Jugendarbeit”, erklärte der Kirchhellener Landwirt, „dies ist nun einmal ein ganz spezielles internationales Projekt, um das wir um Unterstützung bitten. Wir möchten den vielen schwerkranken Kindern aus Tschernobyl ein wenig Hoffnung geben.”

Der Lionsclub sei in Kontakt mit Ärzten und Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche, die den Hilfsfonds „Hoffen und Glauben” ins Leben gerufen haben, um die Kinderklinik zu unterstützen. „Wir werden aber nicht einfach das Geld überweisen, sondern es gezielt einsetzen, zum Beispiel für den Kauf dringend benötigter medizinischer Geräte”, sagte Umberg.

Der Lionsclub hofft, dass die Benefiz-Disc neben Privatleuten vor allem auch Unternehmen, Arztpraxen, Apotheken und Handwerksfirmen in einer Stückzahl zwischen zehn und 200 Exemplaren ankaufen werden. „Sie eignet sich ganz gut als kleines Weihnachtsgeschenk an Kunden und Lieferanten”, meint Umberg. Interessenten können sich melden auf dem Hof Umberg, 5103 oder beim Sternschen Musikverlag, 0208/6204387.

Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 nach einer Kernschmelze und Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine. Sie gilt als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert.


"Weg durch Zeit und Raum"
Nikolaus König und seine Viola (Bratsche): Er wird live zu Orchester und Synthesizerklängen spielen.Nikolaus König und seine Viola (Bratsche): Er wird live zu Orchester und Synthesizerklängen spielen.
(Foto: Privat)
In Emlichheim ging die Generalprobe über die Bühne (v.l.): Ortwin Benninghoff, Heinrich Olmes und Nikolaus König.n Emlichheim ging die Generalprobe über die Bühne (v.l.): Ortwin Benninghoff, Heinrich Olmes und Nikolaus König.
(Foto: Meppelink)


Von Edgar RabeRaesfeld. Am Montagabend, kurz vor halb acht, wird die Anspannung bei Nikolaus König aus Raesfeld sicherlich etwas größer werden. Nur wenige Minuten trennen ihn und sein Publikum bei den Hallischen Musiktagen von der Uraufführung seines neuesten musikalischen Projekts. "Weg durch Zeit und Raum" heißt das "Ton-Gemälde", das der Bratschist der Dortmunder Philharmoniker in Zusammenarbeit mit dem Emlichheimer Maler Dr. h.c. Heinrich Olmes geschaffen hat.

Was im großen Saal des Volksparks auf die Bühne gebracht wird ist mit dem Begriff "Konzert" nur unzureichend beschrieben. Mit "Weg durch Zeit und Raum" ist den beiden Künstlern eine beeindruckende Symbiose von teils surrealistischer Malerei und neuer Musik gelungen. In der etwa 80-minütigen Aufführung werden Dutzende Bilder von Olmes per DVD-Präsentation auf eine Großbildleinwand projiziert. Der Bilderzyklus nimmt wie auch die Musik die Zuhörer mit auf eine Reise, die im Nichts beginnt. Mit dem Urknall. "Am Anfang war das Nichts. Und das Nichts war ohne Zeit und Raum (...) Wir wissen nicht warum, sondern dass etwas geschah", erklärt Nikolaus König und beschreibt damit den Spagat, den alle beteiligten Künstler mit diesem Projekt wagen. Nämlich die Brücke vom geothermischen Vorfall im "Irgendwo" über die biblische Schöpfungsgeschichte bis zur entscheidenden Frage zu schlagen: "Warum akzeptiert der Mensch als einziges Lebewesen die Natur nicht?", wollen König und Olmes das Fragezeichen dahinter künstlerisch auf eine ganz besondere Art und Weise deuten. Mit Synthesizerklängen, dem orchestralen Klangkörper der "Kiever Kammerakademie" (Streicher, Pauke, Schlagzeug, Marimbaphon) unter Leitung von Prof. Ortwin Benninghoff und den Bratschen-Soli, mit denen König dem kompositorischen Gesamtwerk immer wieder neue Facetten verleiht, wird "Weg durch Zeit und Raum" zu einem sphärischen Klangerlebnis.

Wie die Soli Königs immer wieder Akzente setzen, greifen auch Olmes Bilder in diesem Zyklus immer neue Aspekte der Schöpfungsgeschichte auf. Olmes Stilmittel wie die Figur des "Clown Schulze" oder abgebrannte Streichhölzer als Symbole von Vergänglichkeit und der unaufhaltsamen Lebensuhr spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Mit Heinrich Olmes verbindet König eine längere Freundschaft. Im Jahr 2000 führten beide das Gesamtwerk "Der letzte Atem der Welt" auf (die BZ berichtete). Für das Jahr 2009 ist mit "Weg durch Zeit und Raum" eine Welttournee der beiden Künstler geplant.


Kunstpark-Olmes - Konzerte

Projekt: Weg durch Zeit und Raum "TonGemälde" Gemeinschaftswerk von H.O. + N.K. für Streicher, Schlagzeug u. Synthesizer.

Aufführung: Videopräsentation der Ölgemälde mit Live Konzert

Thema: Schöpfungsakt und Entwicklung vom "Urknall - Atombombe"

Uraufführung am 10.11.2008 im Rahmen der "Halleschen Musiktage" (Festival für neue Musik) im "Händel - Haus" Halle/Saale (Geburtshaus von Georg Friedrich Händel) http://www.heandelhaus.de

Kiever Kammerakademie Dir. Prof. Ortwin Benninghoff

Weitere geplante Konzerte: Opeln, Polen sowie Deutschlandtournee mit anschließender Welttournee.

Prominenter Besuch bei Heinrich Olmes in Emlichheim. Der Komponist Nikolaus König aus Raesfeld der Oberhausener Dirigent Professor Ortwin Benninghoff schauten im Kunstpark des Malers vorbei, um die Arbeit für ein gemeinsames Projekt weiter voranzutreiben.

Schon seit längerer Zeit arbeit der Emlichheimer Künstler mit Nikolaus König zusammen. Gemeinsam führten sie 2005 im Restaurant des Kunstparks das Werk " Der letzte Atem der Welt" auf, eine Symbiose von Bildern und Musik, die das Thema "Leben und Tod" zum Inhalt hatte. Zu den auf Leinwand projizierten 40 Bildern erklang per Synthesizer die Musik von König ergänz durch das Bratschenspiel des Komponisten.

Seit fünf Jahren arbeiten die beiden nunmehr an einer Fortsetzung des Werkes. Darin setzen sie sich mit "Zeit und Raum" auseinander. Dazu König: "wir wissen nicht, warum, sondern nur, das etwas geschah. Ohne Zeit und Raum  kann nichts nirgendwo sein. " Sein bildnerischer Künstlerkollege Heinrich Ol,es ergänzt: "Die Hoffnung lebt weiter. Sie darf mit dem Tod nicht abbrechen. Der Tod ist die Hoffnung. Als der Dirigent Ortwin Benninghoff durch Zufall von dem Projekt der beiden erfuhr, war er sofort beigestert davon. Er bot ihnen an, die Musik, die beim ersten Werk noch vom Band abgespielt wurde, live zu spielen, und zwar mit den Musikern der  Kiever Kamerakaemie. In ihr sind die Streicher der besten Orchester Kiews vereint. Benninghoff versteht sich in dem Künstlertrio allerdings nur als der Ausübende, es bleibe ein Projekt der anderen beiden. " Ich setzte mich auf ein gesatteltes Pferd, wobei die darstellende Kraft der Bilder Wichtigste ist. Eine Botschaft versteht man nicht ohne Bilder. Die Sprache wäre stärend, da sie die Phantasie kanalisiert", so der Dirigent. Die Weltpremiere des Werkes ist am 10. November im Händel-Haus in Halle im Rahmen der Halle´schen Musiktage. In einer 90 minütigen Schau werden zu Konings Musik 80 Olmes-Bilder auf eine Großleinwand projiziert. Sie haben nach Olmes "den Werdegang der Schöpfung und das war Mensch daraus gemacht hat" zum Thema. Anschließend sind weitere Aufführungen in Deutschland im Ausland geplant.

Heinrich Olmes legt darauf wert, dass die Inzenierung in Emlichheim einstanden ist. Er möchte die einheimische Bebölkerung nicht aussschließen. Sein persönlicher Wunsch ist es, auch in seiner Heimat eine Aufführung zu zeigen. Olmes ist sich sicher, dass sie "so gravierend ist, das sie für die Grafschaft alle Ketten sprengen wird." Benninhoff zeigte sich angetan von dem Ambiente des Kunstparks, aus dem man noch "unglaublich viel machen" könne. Für ihn sei vorstellbar, den Kunstpark zu einem Kulturzentrum auszubauen.  


Hitdorf

Heiter statt düster

VON MONIKA KLEIN

Die Pfarrkirche St. Stephanus in Hitdorf war akustisch der ideale Raum für den Aufritt der Kiewer Kammermusikakademie. RP-FOTO: UWE MISERIUS
Die Pfarrkirche St. Stephanus in Hitdorf war akustisch der ideale Raum für den Aufritt der Kiewer Kammermusikakademie. RP-FOTO: UWE MISERIUS

Hitdorf (RP) Die Kiewer Kammermusikakademie trat in Hitdorf auf. Mit einer Streichersinfonie gewannen die Musiker sofort die Herzen der Zuhörer in der Pfarrkirche St. Stephanus.

Eigentlich sollte eine zeitgenössische Komposition „In Gedanken der Opfer von Tschernobyl“ aufgeführt werden. Doch fehlte die passende Besetzung beim diesjährigen Besuch der Kiewer Kammerakademie in Hitdorf. Statt musikalischer Düsternis gab es deswegen einen ausgesprochen heiteren Einstand. Mit einer Streichersinfonie, einem Vertreter der „Mannheimer Schule, “ gewannen die Musiker aus Kiew direkt die Herzen der Zuhörer in der Pfarrkirche St. Stephanus – dem idealen Raum für ein Kammerorchester dieses Zuschnitts.

Ungebremste Musizierfreude

Die Akustik adelte zusätzlich, was im heiter-gelösten Spiel der Musiker um den Dirigenten Ortwin Benninghoff angelegt war. Ein warmes und rundes Legato, von dem später vor allen Dingen der ausdrucksstarke Sibelius profitieren sollte, zeichnete den ruhigen Mittelsatz aus. Sprühende Vitalität und ungebremste Musizierfreude rissen in den Ecksätzen mit.

Benninghoff, der schon seit Jahren eine Konzert-Partnerschaft mit der Hitdorfer Pfarrei pflegt, ist nicht nur Dirigent, sondern auch Komponist. Einer, der auch spontan reagieren kann, wenn es die äußeren Umstände verlangen. Da kam es vor, dass nicht alle Musiker rechtzeitig Visa für Konzertreisen bekamen und er mit einer anderen Besetzung als erwartet auftreten musste.

Weil das passende Repertoire nicht reichte, schrieb er einfach selbst etwas. So etwa erklärte Ortwin Benninghoff, der das Konzert munter plaudernd moderierte, die Entstehung seiner Werke, von denen auch eines zu hören war. „Wenn es ihnen nicht gefällt, in neun Minuten ist es vorbei“, beruhigte er die Zuhörer vorab. Unnötigerweise, wie sich sehr bald herausstellte.

Denn Benninghoff ist kein schwieriger Neutöner, zu dem das normale Publikum keinen Zugang findet. Auch wenn er sich durchaus zeitgenössischer Hamonik bedient. Doch in diesem Fall zündete vor allem der Humor, mit dem er sein „Divertimento soeno“, was übersetzt so viel bedeutet wie „lustige Zerstreuung“, konstruiert hat. Sein Stück begann er im Stil alter Meister mit barocken Elementen, die aber immer wieder durch respektlose Störungen unterbrochen oder modifiziert werden. Ein intelligenter Spaß. Wenn man schon mal ein Orchester im Haus hat, sollte man die Gelegenheit nutzen, dachte sich Kirchenmusiker Bernhard Dieter und setzte als Schlusspunkt an ein Instrumentalkonzert die Aufführung von Mozarts Orgel-Solo-Messe KV 259, das er gerade – sehr solide und sicher – mit dem Kirchenchor einstudiert hat.

Besonders zu Herzen ging das fein gestaltete Benedictus mit berückend leichten Höhen. Und das flotte „Dona nobis pacem“ kam so fröhlich, als sei der Frieden schon da.


Dem Andenken der Opfer

Oberhausen, 11.09.2008, Hajo Berns
Ortwin Benninghoff dirigiert die Kiewer Kammerakademie in einem Benefizkonzert für das Ambulante Hospiz. Zu hören ist unter anderem eine Sinfonie von Lewko Kolodub, die unter dem Eindruck der Tschernobyl-Katastrophe entstand.
 
Ortwin Benninghoff im Jahre 2007.
Foto: © Tom Thöne / WAZ (WAZ)
 
Ortwin Benninghoff im Jahre 2007. Foto: © Tom Thöne / WAZ
 

Beim letztjährigen Benefizkonzert fürs Ambulante Hospiz Oberhausen war für das Streichorchester an der Lutherkirche und seinen Dirigenten Gotthart Mohrmann humorige Musik keineswegs tabu. Von Mohrmanns eigenen „Hänschen klein”-Variationen bis zu Wolfgang Schröders „Eine kleine Lachmusik” war es der geglückte Versuch, die Zuhörer für eine Stunde aus dem tristen Alltag zu entführen.

Wenn jetzt am Mittwoch, 17. September, um 19 Uhr in der Sterkrader Ev. Friedenskirche an der Steinbrinkstraße 156 die Kiewer Kammerakademie unter ihrem Gründer und Leiter, dem bekannten Oberhausener Komponisten und Dirigenten Ortwin Benninghoff, seit 1999 Cheflektor des Sternschen Musikverlags und Professor, für den guten Zweck spielt, hat das Programm eine andere Farbe mit ernsten Klängen – und mit Schlusschor – zu bieten.

Benninghoff wählt mit Thomas Buchholz' „Spielspiel” von 2007 nach Klavierstücken Max Regers aus op. 82 („Aus meinem Tagebuche”) einen noch vergleichsweise leichten Einstieg. Doch gleich das zweite Stück, eines der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach, ist eben nicht das strahlende zweite, das beschwingte dritte oder das glanzvoll-virtuose fünfte, sondern das dunkel timbrierte sechste und letzte der berühmten Sammlung, das ohne den hellen Klang der Geigen auskommt.

Von dem 1930 geborenen ukrainischen Komponisten Lewko Kolodub ist die 4. Sinfonie zu hören, die dem Andenken der Opfer von Tschernobyl gewidmet ist.

Mozarts D-Dur-Serenade KV 239, „Serenata notturna”, ein knapp viertelstündiges Werk des 20-Jährigen, das 1776 in Salzburg entstand, leitet über zu Bachs Kantate Nr. 82, „Ich habe genug”. Solist ist der Bassist Wasyl Kolybabyuk.

Da es sich um eine Solokantate handelt, singt er auch den Schlusschoral. Ortwin Benninghoff war aber an einem Konzertausklang mit Chor gelegen. So kommt der Singkreis an der Lutherkirche unter Gotthart Mohrmann noch zu einem späten Einsatz. Benninghoff wählte eine passende Musik, den Schlusschoral aus der Bach-Kantate Nr. 95, „Christus, der ist mein Leben”.

Da heißt es: „Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; dein letztes Wort mein Auffahrt ist, Todsfurcht kannst du vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, dass ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden.”


Klangvolle Kompositionen in der Kirche

KONZERT Deutsch-russisches Trio begeistert Zuhörer an Orgel und Violine

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Oleksands Trajno, Ortwin Benninghoff und Oksana Popsuy (v. l.)begeisterten die Zuhörer in der Atenser Kirche. BILD: WEIß

DEM AUFTRITT DER KÜNSTLER GING EIN VON IHNEN MUSIKALISCH GESTALTETER GOTTESDIENST VORAUS. AUF DEM PROGRAMM STANDEN STÜCKE DIVERSER KOMPONISTEN.

VON UTE EXTRA

ATENS - Die Atenser Kirchengemeinde von St. Marien genoss an diesem Sonnabendnachmittag gleich zwei musikalische Ereignisse in ihrer Kirche: Das deutsch-russische Trio, bestehend aus Ortwin Benninghoff (Orgel), Oksana Popsuy und Oleksands Trajno (beide Violine), gestaltete einen musikalischen Gottesdienst und im Anschluss daran ein eineinhalbstündiges Konzert.

Auf dem Programm standen Kompositionen deutscher und russischer Komponisten und Organisten, die als Originalkomposition oder in einer Bearbeitung für Orgel und zwei Violinen vorgestellt wurden. Bereits zu Beginn gab es ein Stück von Arietti, das im Original aus der Feder von Joseph Haydn stammte. Mal tänzerisch leicht, mal temperamentvoll wurden diese kurzen fünf Stücke mit der der Wiener Klassik eigenen Verspieltheit vorgetragen.

Modern, spannend und abwechslungsreich gestaltete sich das heitere Instrumentalstück des zeitgenössischen Organisten Wolfgang Stockmeier. Besonders beeindruckend war der sehr deutliche persönliche Stil dieses Werkes, der sich unter anderem in eigenen modernen Zusammenklängen und interessanten rhythmisch akzentuierten Phrasen zeigte. Wenn der Zuhörer sich darüber hinaus bewusst ist, dass Stockmeier dieses Werk bereits mit 15 Jahren geschrieben hat, so ist es sehr verwunderlich, dass so wenig Orgelliteratur aus seiner Feder in Konzerten zu hören ist.

Nach weiteren klangschönen Choralvorspielen rundete die Triosonate d-Moll von Johann Sebastian Bach das musikalisch ansprechende und vielschichtige Konzert ab. Die Leistung des nicht alltäglichen Trios äußerte sich nicht nur in der außergewöhnlichen Auswahl der Werke, sondern auch in dem guten Spiel jedes einzelnen Musikers und natürlich auch in ihrem gut aufeinander abgestimmten Zusammenspiel.


 

Wittgensteiner Wochenpost


Mittwoch, 9. April 2008

Schlosskonzert mit der Kiever Kammerakademie

Die Aufführung der Profimusiker aus Kiev begeisterte die Schüler des Schloss Wittgenstein.

Bad Laasphe. Musikunterricht der ganz anderen Art stand für die Schülerinnen und Schuler der zehnten Klassen des Gymnasiums Schloss Wittgenstein am vergangenen Donnerstagmorgen auf dem Stundenplan. Die Kiever Kammerakademie, zur Zeit auf Konzertreise in Deutschland, hatte Quartier auf Schloss Wittgenstein genommen. Dass aber auch ein Kammerkonzert für die Schüler gegeben werden konnte, hatte unter anderem seinen Grund in dem guten persönlichen Kontakt, den Schulpfarrer Hundte seit Jahren zum Dirigenten des Orchesters, Professor Ortwin Benninghoff, unterhält. Immerhin hatten beide vor sechs Jahren bereits gemeinsam ein Oratorium komponiert.

Professor Benninghoff, gebürtiger Oberhausener mit Ferienhaus in der Nähe von Bad Laasphe, verstand es schnell, die Schüler in seinen Bann zu ziehen. Dies lag nicht nur an der exzellenten Darbietung seines Ensembles, sondern auch an der launigen Art, mit der er erklärend durch den musikalischen Vormittag führte.

Der Schwerpunkt des diesjährigen Schlosskonzertes lag im Bereich der Barockmusik, die auch Gegenstand des Musikunterrichtes der zehnten Klassen ist. Abschließend beeindruckte das ukrainische Orchester durch eine gekonnte Interpretation des berühmten Radetzky-Marsches, die bei den Schlossschülern zu wahren Begeisterungsstürmen führte.

In Anspielung auf den Prüfungsstress der Schüler zum Schuljahresende schloss Professor Benninghoff, der selbst 20 Jahre lang Musiklehrer war, mit einer Erzählung: Ein Violinist, der vertretungsweise bei den Berliner Philharmonikern gastierte sei nach Berlin gekommen und habe als Ortsfremder einen Taxifahrer gefragt, wie man genau zu den Berliner Philharmonikern komme. Dieser habe korrekt aber wenig hilfreich geantwortet: „Indem Sie jeden Tag drei Stunden üben.“


Rückkehr zum "Tatort"

Oberhausen, 27.03.2008, Hajo Berns

An seiner alten Wirkungsstätte Evangelische Kirche Königshardt dirigiert Ortwin Benninghoff ein Konzert der „Kiever Kammerakademie”. Am Buchenweg erklingen Werke von Haydn, Mozart, Bruch, Rheinberger, Stockmeier und Benninghoff
 

Am Sonntag, 30. März, kommt die „Kiever Kammerakademie” unter der Leitung von Ortwin Benninghoff wieder nach Oberhausen. Sie wird um 17 Uhr zusammen mit dem in Oberhausen wohlbekannten 76-jährigen Solisten Wolfgang Stockmeier an der Orgel zum 50-jährigen Nachkriegsbestehen der Ev. Kirche in Königshardt ein Konzert geben. Das Orchester eröffnet das Programm in der Kirche am Buchenweg mit einer Komposition des damals 16-jährigen Stockmeier, einer Sinfonie in G, die das Orchester vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben hat. Wolfgang Stockmeier wird das seltener gespielte Konzert g-moll für Orgel und Orchester von Rheinberger spielen. Drei kleinere, nicht aber weniger intensive Werke folgen: Von Benninghoff eine Komposition mit seltsam anmutendem Titel: „Deren Schlaraffen Rondo” für Violine und Orchester, komponiert zum 100-jährigen Stiftungsfest der Schlaraffia in Bochum. Solist ist Andrej Fesjuk. Schubert folgt mit seiner Ouverture im italienischem Stil. Sie (und noch eine 2.in derselben Tonart) wurde komponiert, weil zur Entstehungszeit in Wien eine „Rossini- und Paganini-Epidemie” ausgebrochen war und alle nur Musik in deren Manier hören wollten. Ein Juwel erklingt in Königshardt: Max Bruchs Romanze für Viola und Orchester, gespielt von Oleksandr Lagosha, einem der renomiertesten Solisten der Ukraine, der u.a. auch mit Gidon Kremer zusammen spielt. Einer der größten Komponisten der Ukraine, Levko Kolodub, hat Metamorphosen über ein Thema von Ortwin Benninghoff komponiert. Das Orchester hat dieses Werk vor vier Jahren uraufgeführt. – Den Abschluss bildet Mozarts bekannte Sinfonie Nr. 40 in g-moll. Das Orchester wurde vor sechs Jahren gegründet und setzt sich aus Musikern der ersten Kiewer Orchester zusammen, vornehmlich aus dem Nationalorchester und dem Orchester der Nationaloper. Das Ensemble ist in seiner Grundstruktur ein Streichorchester, das aber auch bis zum sinfonischen Kammerorchester aufgestockt wird, sodass die gesamte Literatur für Streicher bis hin zur 4. Sinfonie von Beethoven gespielt wird. Das Orchester hat einige CDs eingespielt, so u.a. das gesamte Schaffen für Streicher und Schlagzeug von Sibelius. Vor allem liegt den Musikern viel an der Verbreitung der Kompositionen von Kolodub. Auch hier wurden schon einige eingespielt, so sein Violinkonzert, das vom Münchener Kammerorchester uraufgeführt wurde. Das Orchester reist durch ganz Europa. So sind Tourneen durch die Schweiz, und Schweden, sowie immer wieder durch ganz Deutschland vorzuweisen. Das Ensemble spielt übrigens aus alter Verbundenheit in Königshardt: Ortwin Benninghoff war fast 15 Jahre Kirchenmusiker der Gemeinde.


Ortwin Benninghoff schrieb Werke Mozarts um

Wingeshausen.

Der Oberhausener Kirchenmusiker und Professor an der Kiever Kammerakademie, Ortwin Benninghoff, begeisterte gemeinsam mit der Violinistin Oksana Popsuy an der neuen Orgel der Wingeshäuser Kirche.

Kraftvoll führte das Präludium (BMV 568) Johann Sebastian Bachs in das etwa einstündige Programm des Jahresabschlusskonzertes an und eröffnete ein breit gefächertes Programm aus variationsreicher Musik für Orgel und Violine.

Ergänzt wurde das Programm aus klassischen Komponisten wie Bach, Domenico Zipoli, Joseph Gabriel Rheinberger oder Léon Boellmann durch eigene Kompositionen Benninghoffs, die sich hinter den großen Meistern der klassischen Disziplin nicht verstecken mussten sondern sich melodisch abgestimmt in das Programm einfügten.

Benninghoffs Werk "Musik mit Mozart" komponierte der weltweit tournierende Komponist 2006 und verwendete Vorlagen Mozarts für Klavier und Violine und schrieb sie unter Verwendung eigener Einschübe und Ideen für Orgel und Violine um. Eine gewagte Komposition, deren Klangharmonie den ein oder anderen Zuhörer in der vollbesetzten Kirche überraschte. Verwendet wurden unter anderem Vorlagen aus dem "Londoner Skizzenbuch, KV 15", Dem Menuetto KV576b und der Kopfsatz der Sonate Nr. 18, KV 547.

Zur Benninghoff-Komposition "Lyrische Fantasie" stellte der Künstler begleitend drei Gemälde zum Text Hanns Dieter Hüschs aus, die die Klangpoesie des emotional umgesetzten Werkes unterstrichen. Passend zur auslaufenden Weihnachtszeit fügte Benninghoff mit "Drei Weihnachtsstücke" (op. 124) ein musikalisches Kleinod des schlesischen Symphonikers Paul Blumenthal (1843-1930) hinzu, die in ihrem "raffiniert gearbeiteten Themenmaterial in der Orgelliteratur einzigartig" seien, so Benninghoff über die Stücke.

Die Kollekte nach dem Konzert kommt in diesem Fall ganz den mit Benninghoff arbeitenden Musikern der Kiever Kammerakademie zugute, die mit ihrer Tätigkeit in der Ukraine ein finanziell hartes Los trifft.


Seite 14 – Sonnabend, den 30. Juni 2007
Ostfriesische Nachrichten
 

Kiewer Orgelquartett in Aurich-Oldendorfer Kirche
Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Beethoven, Mozart und Benninghoff unter Leitung von Ortwin Benninghoff
 

Aurich-Oldendorf.
Am Sonntag, dem 1. Juli, um19.30 Uhr, gastiert in der Petrus Kirche das „Kiewer Orgelquartett“ unter Leitung von Herrn Professor Ortwin Benninghoff. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Beethoven, Mozart und Benninghoff.
 

Einige Fakten zu den Künstlern:

Prof. Ortwin Benninghoff wird an der Orgel präsent sein. Er wurde in Oberhausen geboren und studierte in Düsseldorf. Er war von 1974 bis1992 als Dozent für Klavier und Orgel sowie Theorie und Gehörbildung an der Gerhard-Mercator-Universität in Duisburg tätig. Hier gründete er 1988 das „Ensemble Neue Musik“ an der Universität Duisburg, dessen Leitung er bis heute innehat. Parallel dazu gründete er die Reihe „Akademische Konzerte“. 1998 bekam er den Johann-Wenzel-Stamitz-Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg. 1993 erhielt er beim Kompositionswettbewerb des Ostdeutschen Kulturrates den 3. Preis für eine Klavierkomposition und 1996 den 1. Preis für ein Homquartett. 1999 erfolgte die Ernennung zum Professor. 2002 wurde die Kiever Kammerakademie sowie das Kiewer Orgelquartett von ihm gegründet. Mit diesen Ensembles spielt er regelmäßig Konzerte im In- und Ausland.


Ein weiteres festes Mitglied des Kiewer Orgelquartetts und der Kiewer Kammerakademie ist Oksana Popsuy an der Violine.


Von 1988 bis 1994 studierte sie an der Nationalen Tschaikowsky-Akademie der Ukraine in Kiev und absolvierte von 1996 bis 2001 ihr Diplomstudium. 1994 wurde sie Mitglied mit Solistenverpflichtung im Ensemble „Klassik Musik“ am „Nationalen Opernhaus“ in Kiew. Seit 2002 ist sie erste Geigerin der Kiewer Kammerakademie.

Mit Sascha Lagosha, Viola, konnte ein weiterer hervorragender Musiker für das Kiewer Orgelquartett gewonnen werden. Er wurde in Kramatorsk (Ukraine) geboren. Seine erste Musikausbildung erhielt er in Charkow. Von 1994 an studierte er am Kiewer Konservatorium und beendete das Studium mit dem Diplom als Solist. Heute arbeitet er als Solist und Konzertmeister im Nationalen Kammerensemble „Kiewer Solisten“ (Ukraine/Kiev) und im Kammerorchester „Kiewer Kammerakademie“ (Deutschland/Ukaine). Gastspielreisen führten ihn nach Italien, Spanien, Niederlande, Deutschland, Russland, Schweiz und Australien.


Tamara Roy, Flöte, ist das vierte Mitglied im Kiever Orgelquartett.

Es ist mit einer gut gefüllten Kirche zu rechnen.


Mittwoch, 25. April 2007
Musik hautnah: Die zehnten Klassen des Gymnasiums Schloss Wittgenstein erlebten die Kiever Kammer-Akademie. WP-Foto

Musikalischer Unterricht

Kiever Kammerakademie machte bei Konzertreise Zwischenstopp am Schlossberg

Bad Laasphe. (wp). Musikunterricht der ganz anderen Art stand für die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Gymnasiums Schloss Wittgenstein auf dem Stundenplan. Die Kiever Kammerakademie, zur Zeit auf Konzertreise in Deutschland, hatte Quartier auf Schloss Wittgenstein genommen.

Dass auch ein Kammerkonzert für die Schüler gegeben werden konnte, hatte unter anderem seinen Grund in dem guten persönlichen Kontakt, den Schulpfarrer Bodo Hundte seit Jahren zum Dirigenten des Orchesters, Professor Ortwin Benninghoff, unterhält. Immerhin hatten beide vor sechs Jahren gemeinsam ein Oratorium komponiert.

Der Musikliebhaber und Schulleiter, Helmut Schuppener, begrüßte seine Zöglinge zum Konzert mit den Worten: „Heute könnt ihr Musik nicht nur hören, sondern auch sehen, was ein ganz besonderer Genuss ist.“

Professor Benninghoff, gebürtiger Oberhausener mit Ferienhaus in der Nähe von Bad Laasphe und ehemals selbst Musiklehrer, verstand es schnell, die Schüler in seinen Bann zu ziehen. Dies lag nicht nur an der exzellenten Darbietung seines Ensembles, sondern auch an der launigen Art, mit der er erklärend durch den musikalischen Vormittag führte.

Zunächst wurde ein Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart gegeben und sogleich erfuhren die Schüler Wissenswertes, z.B. dass der bekannte Komponist eigentlich auf den Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Gottlieb Mozart getauft worden war.

Professor Benninghoff lenkte sodann den Blick auf einen weniger bekannten Komponisten, Carl Ditters von Dittersdorf, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Zeit der Wiener Klassiker regelmäßig mittwochs mit Mozart und Joseph Haydn zum Musizieren zusammenkam, jedoch von der Nachwelt trotz seines unbestrittenen musikalischen Ranges weitgehend vergessen wurde. So erfuhren die erstaunten Pennäler, dass klassische Musik ebenso wie Pop-Musik harten ökonomischen Gesetzen unterliegt, die nicht immer die musikalische Qualität fördern. Diesmal dirigierte der zweite verantwortliche Dirigent des Orchesters, Oleksandr Lagosha, wobei der Virtuose selbst noch die Bratsche spielte.

Sodann stand das Konzert für Oboe, Violine und Streichorchester von Johann Sebastian Bach auf dem Programm: Die Solisten waren hier das Ehepaar Oksana Kot (Violine) und Gennady Kot (Oboe). Anschließend dirigierte Professor Benninghoff das Konzert für Violine und Streichorchester, das Felix Mendelssohn-Bartholdy, der Mozart der Romantik, bereits im Alter von 16 Jahren komponiert hatte. Konzertmeister Oleksandr Babintschuk spielte hier die erste Geige.

Der musikalische Vormittag schloss dann mit Christoph-Willibald Glucks Sinfonie in G-Dur und einem Ratschlag des ehemaligen Pädagogen Benninghoff: „Lernt jeden Tag eine Stunde, dann habt ihr keinen Stress.“


Donnerstag, 25. August 2005, 19:00 Uhr:

Konzert mit dem Kiever Orgelquartett

Musik für Orgel, Violine und Violoncello
mit Kompositionen von der Barockzeit bis zur Moderne
Leitung und Orgel: Prof. Ortwin Benninghoff
Violine: Oksana Popsuy
Violine: Sascha Babintschuk
Violincello: Iryna Sidorenko
Kiever Kammerakademie

 

Dieses Konzert begeisterte die Besucher auf eine ganz besondere Art. Gleich zu Beginn erfuhren sie vom Leiter des Ensembles, dass es eigentlich ein ganzes Orchester ist, welches in kleinen Gruppen unter anderem durch Deutschland tourt. Knapp 200 Konzerte werden jährlich in Europa gegeben. Die Musiker - es sind 16 junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren - spielen vorrangig in Kirchen.
Der Mestliner Orgel sprach der Professor Benninghoff ein großes Lob aus. "Sie spielt sich wunderbar, es gibt leider viele Orgeln in deutlich schlechterem Zustand. Aber diese kleine Dorfkirche eignet sich sehr gut für derartige Konzerte", so der Professor. Die Auswahl, sie reichte von Bach über Mozart bis Haydn, war sehr gut gewählt. Musik zum Nachdenken am Feierabend, leicht ernst und ruhig bis hin zu heiter sehr beschwingten Stücken, die wieder Lust auf einen neuen Tag machen.
Professor Benninghoff sprach aber auch über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine und dass dort auch ein Umbruch stattfindet zu mehr Demokratie. Manche Vergleiche können gezogen werden zur Wende in der DDR 1989. Allerdings ist die Armut in der Ukraine tatsächlich vorhanden und es fehlt dort die Mittelschicht, es gibt nur arm und reich und so wird neben sozialen Bereichen auch in der Kunst zuerst gespart.

Copyright © M. - G. Bölsche, 19374 Mestlin 

Kirchengemeinde Kötzlin 

4. Kirchenkonzert am 26. März 2004

Ein seltener Glücksfall...

... war das Kirchenkonzert, das am 26. März 2004 in der Dorfkirche zu Kötzlin stattfand. Die Ausführenden waren Prof. Ortwin Benninghoff, Orgel, Oksana Popsui, Violine und Jahn Topeit, Trompete. Mit ihrem Programm führten die Musiker die Zuhörer durch weite Räume. Es war älteste Musik von Johann Jakob Frohberger zu hören. Dieser lebte im 17. Jhd. im süddeutschen Raum. Er war ein weitgereister Virtuose seiner Zeit, geschätzt in Frankreich und Italien. Weiter erklang die Bachkantate „Gleichwie der Regen und Schnee zur Erde fällt“ in einer Bearbeitung für Orgel und Trompete. Vielleicht der Höhepunkt des Konzertes war von Norbert Linke: „Santa Teresa“ für Violine, Trompete und Orgel. Ein Musikwerk, in dem, in Erinnerung an Komponisten, die in Konzentrationslagern ums Leben gekommen sind, Melodiefragmente aufgenommen worden sind. Die Komponisten sind in der Regel unbekannt. Nur in ihrer Musik leben sie fort. Der Name „Santa Teresa“ soll gleichermaßen an die Gründerin Theresienstadts, der österreichische Kaiserin, wie an Mutter Theresa erinnern. Beide hatten ganz unterschiedliche Möglichkeiten zu helfen. Die eine als Herrscherin, die andere als dienende Nonne auf Indiens ärmsten Straßen. Die Musiker waren von der gerade im vergangenen Jahr reparierten Lütkemüller Orgel in Kötzlin so begeistert, dass sie ein ums andere Mal ins Schwärmen gerieten. Ein hohes Lob galt dem „Mecklenburger Orgelbau“ aus Plau am See, der unter Leitung Herrn Andreas Arnolds die Reparatur mit viel Einfühlungsvermögen und Sachverstand ausführte. Als Dankeschön baten die Musiker nicht um Eintrittsgeldern, sondern um Spenden für Musiker in Kiew, die trotz ihres hohen Könnens oftmals in großer Not leben. Prof. Benninghoff und Jahn Topeit garantieren aus ihrem Privatvermögen den ukrainischen Musikern ein festes Gehalt. Auch, wenn sie nicht genügend Spenden sammeln können, oder wenn, wie Weihnachten vergangenen Jahres, ihnen mehrere tausend Mark gestohlen werden. Die Zuhörer in Kötzlin beteiligten sich gerne an dieser Sammelaktion.


Pressemitteilung upm

Komponistenfestival mit Norbert Linke

Konzerte, Orgelstunden und Vorträge am 6. und 7. Dezember in Münster

Münster (upm), 01. Dezember 2000

Bereits zum 18. Mal veranstaltet das Institut für Musikpädagogik der Westfälischen Wilhelms-Universität ein Komponistenfestival in Münster. Im Mittelpunkt steht am 6. und 7. Dezember der Komponist, Musikpädagoge und Musikwissenschaftler Norbert Linke. Das Programm des Komponistenfestivals "Zwei Tage für Norbert Linke" umfasst Konzerte, Akademische Orgelstunden und Vorträge in der Universitätskirche an der Salzstraße und im Institut für Musikpädagogik an der Philippistraße.

Norbert Linke, 1933 in Steinau/Oder in Schlesien geboren, hat an der Musikhochschule Hamburg Komposition und an der Universität Hamburg Musikwissenschaft studiert. Nach seiner Promotion 1959 arbeitete er unter anderem als Musikkritiker für Zeitungen und als Musiklehrer an Schulen. 1971 wurde er zum Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg berufen und erhielt einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg und der Medizinischen Hochschule Lübeck. Von 1972 bis 1976 war er Professor an der Fachhochschule Darmstadt. Seitdem lehrt er an der Universität Duisburg. In zahlreichen Forschungsprojekten hat er sich unter anderem mit der Musik Schlesiens, mit der Entwicklung musikalischer Kreativität in Kindheit und Jugend sowie mit der Entstehung und Entwicklung der kommerziellen Unterhaltungsmusik befasst. Das Vorstandsmitglied des Vereins der Komponisten und Musikwissenschaftler und des Wiener Instituts für Strauß-Forschung hat für seine Kompositionen zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den Symphonik-Preis München.

Eröffnet wird das Komponistenfestival zu Ehren von Norbert Linke am Mittwoch, 6. Dezember 2000, um 12.15 Uhr in der Universitätskirche (Dominikanerkirche), Salzstraße, mit einem Konzert. Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven, Linke und Mendelssohn-Bartholdy. Solisten sind Norbert Linke (Tenor) und Joachim Dorfmüller (Orgel). Am Nachmittag des gleichen Tages berichtet Prof. Linke von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr in der Aula des Instituts für Musikpädagogik an der Philippistraße 2 aus seinem Leben und Werk. Am Abend um 19 Uhr beginnt in der Universitätskirche an der Salzstraße das zweite Konzert mit Werken von Bach, Linke, Topelt und Wahnfried. Ausführende sind das Kammerorchester "Concerto Kiew" unter Leitung von Ortwin Benninghoff und die Solisten Annette Linke (Sopran) und Joachim Dorfmüller (Orgel).

Am Donnerstag, 7. Dezember 2000, bietet das Programm des Festivals von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr im Institut für Musikpädagogik an der Philippistraße 2 einen Vortrag von Prof. Linke über das Thema "Zur Frage der Rehabilitation kindlicher Kreativität - Anregungen für angehende Musikpädagoginnen und Musikpädagogen". Beendet wird die Veranstaltungsreihe am Donnerstagabend um 19 Uhr in der Universitätskirche an der Salzstraße mit einem Abschlusskonzert mit Werken von Bach und Linke und Joachim Dorfmüller an der Orgel. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen des zweitägigen Festivals ist frei.

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